Gedichte und anderes

Von mir für Ihre Unterhaltung

Satire: "Grundsätze für neue Lebensgemeinschaften"

(Seit Reinigungspersonal nicht mehr zu bekommen ist…)

1.

Die Hausreinigung und andere profane Tätigkeiten zur Alltagsbewältigung werden gemäß dem Bruttoeinkommen (gleitender Schnitt über die drei letzten Monate) zwischen den Partnern der
Lebensgemeinschaft aufgeteilt. Etwaige naturgegebene Talente (wie langeschmale Finger) oder Defizite (wie eine Stauballergie) können dabei wegen des jüngst stark aufgekommenen Simulantentums nicht berücksichtigt werden.

Grundsätzlich putzt natürlich der länger, der weniger verdient; allerdings wird die durchschnittliche Stunden-belastung pro Woche (einfacherNachweis mit Unterschrift der Geschäftsführung oder ein Arbeitszeitmessgerät am privaten Hauseingang reichen aus) mit einem Quotienten von 0,85 reziprok zur geistigen Beanspruchung (Nachweis über Wurzelziehen im Kopf unmittelbar nach dem Nachhausekommen) mildernd hinzugezogen.

Bis alles ausgerechnet und der Wochenreinigungsplan erstellt ist, ist die Wohnung zwar total verdreckt, aber dann können alle gemeinsam einen Schlag reinhauen!

2.

Von WG´s kennt man ja einiges. Seit aber auch Lebens- und sogar Ehe-Gemeinschaften nicht mehr zwingend zweigeschlechtlich sein müssen,mist es auch mit der Liegestätte zur nächtlichen Ruhe nicht mehr so einfach:

lag früher in der veralterten heterosexuellen Ehe der Mann zu 90% rechts im Bett (wenn man davor steht), so bekommen andere Formen der Lebensgemeinschaften durchweg Probleme, die durch einfache Reglementierung gelöst werden können:

  • es bleibt dabei: wer sich kurz vor dem Schlafengehen männlicher fühlt als der Partner/die Partnerin, schläft rechts.
  • wissen beide nicht, wo sie stehen, können sie auch nicht wissen, wo sie liegen: hier bieten sich folgende Alternativen an:
    beide in der Ritze auf- oder übereinander, wechselseitig links und rechts
    (ein- oder dreistündiger Schlafturnus je nach Sensibilität der Beteiligten)
    oder völliger Schlafverzicht, um seine Rolle in der Beziehung suchen.

3.

Bei Geschlechtsumwandlungen innerhalb einer Lebensgemeinschaft muss sich nicht zwangsläufig die Schlafposition der einzelnen Teilnehmer ändern;

es sei denn, es handelt sich um eine simultane Umwandlung beider.

4.

Bei Erweiterungen der Familie ändert sich generell zumindest periodisch das Schlaf- und Liegeverhalten der Beteiligten.

Früher war es so, dass der arbeitende Mann von gravierenden nächtlichen Störungen weitgehend
entlastet wurde. Heute kann diese sinnvolle Rücksichtnahme auch die arbeitende Frau oder den arbeitenden Mann betreffen, dessen Mann ein Kind zur Welt gebracht hat.

Das Leben ist um einiges komplexer, verrückter und schwieriger geworden.

Zum Glück haben wir Vorschriften, Richtlinien, Leitfäden und Verfahrensanweisungen.


Haben Sie Fragen zu mir als Autor, oder Interesse an der Erstellung einer Biografie, oder Fragen dazu? Melden Sie sich gerne über mein Kontaktformular oder rufen Sie mich einfach an.

Wenn Ihnen gefällt, was Sie hier entdeckt haben, teilen Sie Ihren Fund gerne mit Menschen, die Ihnen wichtig sind: